Wie schön, wenn man anfängt für ein Projekt Dinge zu entwickeln, nur um dann nachher festzustellen, dass sämtliche Annahmen auf denen unsere Arbeit beruht hat nicht funktionieren und wir alles über den Haufen werfen und nochmal von vorne anfangen dürfen. Einziger Vorteil ist, dass jetzt der Großteil der Arbeit an wen anders ausgelagert wird.
Ich hab das mittlerweile so oft erlebt, mir ist es egal. Bezahlt werde ich trotzdem, Überstunden mache ich keine, so 🤷🏻
Die geneigte Senior-Entwicklerin seufzt einmal vielsagend, zieht sich nächste Woche kommentarlos das “HAB’S EUCH DOCH GESAGT!” T-Hemd an, und füllt ihren Kaffeebecher wie die 6 Monate zuvor und leistet ebenso wie zuvor weiterhin hervorragende Arbeit, für das gleiche Geld.
Wer die Musik bezahlt, darf sich auch Nickelrücken wünschen und ein Konzert in der Antarktis planen. Problem anderer Leute, nichwor?
Das war tatsächlich nicht vorherzusehen.
Ich habe heute 100% Arbeitszeit damit verbracht einen Ständerbaugrundriss zu erstellen und Preise dafür zu kalkulieren. Als ich dann fertig war habe ich festgestellt wie teuer Holz ist und habe den plan zu 100% verworfen. Also hab ich heute -200% Arbeitsleistung erbracht.
Das lag bestimmt daran, dass du zu wenig gearbeitet aber zu viele Arbeitnehmerinnenrechte hattest! Gräme dich nicht, liebe Kuh!
Die Union und ihr Wurmfortsatz werden umgehend Gesetze erlassen die solche Bedingungen ein für allemal beseitigen!
🫠
Arbeitnehmer
Der Arbeitnehmer gibt seine Arbeit dem Arbeitgeber und der Arbeitgeber nimmt die Arbeit des Arbeitnehmers und verwertet diese zu seinem Gewinn.
Das Hauptproblem lag daran, dass der Entwicklungsaufwand um die Annahme auf der ich gearbeitet habe umzusetzen plötzlich so rapide durch die Decke geschossen wäre, dass es sich nicht lohnte das ganze auf den Weg weiter zu verfolgen (wir hätten anfangen müssem unsere eigenen RFID Antennen und nachdem wir alle mal einen Blick in die Entsprechende Literatur geworfen haben, die erklärt wie sowas geht, haben wir den Gedanken ganz schnell wieder verworfen)
Dann war deine Arbeit nicht umsonst.
Das war angewandte Forschung. Du und das Unternehmen haben jetzt mehr Wissen-Wie als vorher.Ich selber habe halt nur die Info bekommen "Haben herausgefunden, dass unser Ursprungsplan absolut nicht funktioniert, wir machen das jetzt so und. Das sorgt dafür, dass mein gesamter geschriebener Code unnötig geworden ist. Das einzige was mir das gebracht hat ist mehr Programmiererfahrung, weil man halt programmiert hat und das ich meinen Ursprungscode nicht noch weiter spaghettifizieren muss, weil der mit leicht anderen Anforderungen entwickelt wurde, als dann nötig gewesen wäre.
nicht forschung sondern entwicklung.
Ich fühle das. Nur dass es meistens an irgendwem, der nicht Kommunizieren kann hängt, sei es Kunden, oder Management. Und die auf einmal was ganz anderes wollen. Und das angeblich immer schon so gewollt haben.
Wie toll doch archivierte Mails sein können…
Ich fühle mit dir. Meine Kollegen und ich starten gerade zum dritten Mal in die Entwicklung für ein Produkt. Beim ersten Anlauf hat eine Komponente von einem Lieferanten nicht getan, was sie soll. Hätte der Lieferant auch einfach fixen können, war ihm aber egal. Zweiter Anlauf mit der nächsten Generation vom selben Lieferanten (Monopole muss man lieben) war auf einem guten Weg, bis das Projekt “temporär” aus finanziellen Gründen unterbrochen wurde. An der Entwicklung spart es sich ja immer am besten. Bis die Folgen auffallen, sitzt der Finanzer ja schon wieder woanders. Dritter Anlauf sollte eigentlich Fortsetzung von Nummer 2 sein, aber - Überraschung - der Wettbewerb hat die letzten Jahre nicht geschlafen und mit dem alten Design brauchen wir jetzt nicht mehr um die Ecke kommen. Also nochmal Design und Prototypen in die Tonne und von vorne bitte. Aber hey, aller guten Dinge sind 3.
Arbeitsplatzsicherheit!
Sieh’s positiv: Du hast schon eine Menge Gedanken in das Projekt versenkt. Nicht viele kriegen die Chance ein System komplett von vorne zu denken und zu verbessern. Beim dritten Mal sollte da eigentlich der Goldstandard an Code-Qualität rausfallen.
Das mit der Arbeitzplatzsicherheit ist so eine Sache. Wenn du über Jahre nichts neues bringst, laufen dir irgendwann die Kunden weg. Erst letztes Jahr wurde eine angrenzende Abteilung nach genau so einem Verlauf dicht gemacht.
Ich mache Hartware, nicht Weichware. Im konkreten Fall sind leider viele Gedanken vom alten Projekt mit den neuen Komponenten weitgehend nutzlos. Außerdem: Wer hat denn was von komplett neu denken gesagt? Das Gehäuse von vor 10 Jahren muss schon weiterverwendet werden…
Sag Mal, bist du mein Kollege? Wobei ganz passt es nicht. Bei uns gab es nur das heilsbringer Projekt was letztes Jahr im Sommer mit Prio 1 angekündigt wurde. Von wegen das muss klappen bis Ende 2026 sonst wird es nichts. ⅓ der Zeit ist um. Es steckt noch in der Konzept Phase. Mein weiß noch nicht was man den nun eigentlich genau will.
Nah, wir wissen mittlerweile immerhin, was wir bauen sollen. Läuft glaube ich einfach überall ähnlich in der Entwicklung. :D
Aua, ich fühle mit dir.
:D Ich bin gerade in derselben Situation. Ein halbes oder Dreiviertljahr an einer Weichware gearbeitet und zack! neue Prioritäten.
Ich hab nachher den nächsten Termin zu einem Projekt das jetzt schon eine Ewigkeit drauf wartet, dass andere ihre Scheiße festmachen. Is okay, ich steh ja nur nachher wieder da und sag “joa, wird mit Q2 vermutlich doch nix”
Hahaha *weint in “okay, dann versuchen wir’s nächstes Jahr wieder”*
Ich kenne das gar nicht anders -20h Entwicklungszeit gefolgt von 60h nacharbeiten









